Früher haben wir jeden Freitag bei meiner Oma zu Mittag gegessen. Ihr kennt das vielleicht von euren Großeltern: Freitags gab es entweder Fisch, Eintopf oder eine süße Hauptspeise. Letzteres war besonders häufig der Fall, wenn uns die Obstbäume im Garten meiner Großeltern eine riesige fruchtige Ausbeute bescherten. Mein Highlight waren immer die Zwetschgen – und die esse ich bis heute noch gerne. Allerdings nicht, wie die meisten als typischen Spätsommer-Kuchen (den mag ich gar nicht), sondern als fruchtige Beilage zu zartem Geflügel. Da die Zwetschgen-Saison ja bekanntlich noch bis in den Oktober hineinreicht, wird es höchste Zeit, dieses Rezept, das mich immer an die Freitage bei meiner Oma erinnert, mal wieder nachzukochen. Sie hat mir übrigens auch beigebracht, wie man Schupfnudeln selber macht. Die Anleitung dazu findet ihr unten im Rezept … 😉

Habt ihr auch so ein Rezept, das mit kulinarischen Kindheitserinnerungen verknüpft ist? Hier ist meins:

Würzige Putenbrust mit Zwetschgen

Ihr braucht

für 4 Personen:

800 g Putenbrust
2 EL Rapsöl
2 EL Honig
1 TL Curry
Abrieb einer Zitrone
Salz und Pfeffer
400 g Zwetschgen
50 g Zucker
Mark einer Vanilleschote

1 Zimtstange
1 EL Speisestärke
900 g mehlig kochende Kartoffeln
3 Eigelbe
75 g Speisestärke
50 g Butter
Muskat
Mehl zum Bearbeiten
3 EL Olivenöl

Und so mache ich es:

Zu Beginn den Backofen auf 85 °C vorheizen.

Putenbrust scharf anbraten. Dann aus der Pfanne in einen Bräter geben.

Verrührt Honig mit Curry und Zitronenabrieb und bestreicht das Putenfleisch großzügig mit der Gewürzmischung. Gebt erst zum Schluss Salz und Pfeffer dazu und schiebt den Bräter dann in den Ofen. Da bleibt das Ganze  etwa 1,5 bis 2 Stunden.

In der Zwischenzeit könnt ihr schon mal die Zwetschgen waschen, halbieren und entsteinen.

Lasst den Zucker in einer Pfanne goldgelb karamellisieren (Vorsicht! Das stinkt ganz übel, wenn’s anbrennt!), mit Rotwein ablöschen und dann bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis sich der Zucker wieder gelöst hat. Dann gebt ihr das Mark einer Vanilleschote, die Zimtstange und die Zwetschgen dazu und lasst die süße Mischung etwa 5 Minuten köcheln. Währenddessen die Speisestärke in kaltem Wasser anrühren, dann zur Sauce geben und abkühlen lassen.

Schon mal Schupfnudeln selbst gemacht? Ist ganz einfach: Kartoffeln waschen, weich kochen, pellen und stampfen oder durch eine Kartoffelpresse drücken, falls ihr sowas habt. Butter schmelzen, Eigelbe verquirlen, dann die Kartoffelmasse ein zweites Mal stampfen (oder durch die Presse drücken) und mit Eigelben, Speisestärke und flüssiger Butter mischen. Die Masse mit 1 TL Salz und Muskatnuss würzen und mit den Händen etwa 25 kleine Schupfnudeln formen. Die werden dann in kochendem Salzwasser 8 bis 10 Minuten gegart. Danach solltet ihr sie gut abtropfen lassen, damit sie nicht mehr so nass sind. Denn dann geht es ab in die Pfanne. Bratet die Schupfnudeln an, sodass sie von allen Seiten goldbraun sind. Stellt sie anschließend im Backofen warm.

Schneidet dann das Fleisch auf und serviert es mit den Schupfnudeln und den Zwetschgen. Köstlich!

Nährwerte: Pro Portion ca. 763 kcal, 24 g Fett, 78 g Kohlenhydrate, 56 g Eiweiß